Deutscher Gewerkschaftsbund

Informations- & Diskussionsveranstaltung

ANTIKRIEGSTAG - Weltfriedenstag

Vernichtungskrieg im Osten – Massenmord nach Plan 1941 bis 1945

Friedenstaube

Das Konzept der Deutschen zielte darauf ab, dass nach der „Wiedervereinigung“ mit Österreich, der „Ausschaltung“ des Erzfeindes Frankreich, der schrittweisen Annektion der Tschechoslowakei und der gewaltsamen „Auflösung“ Polens mit dem Krieg gegen die Sowjetunion der „Schicksalskampf des deutschen Volkes um Lebensraum im Osten“ beginne. Hitler hatte schon in „Mein Kampf“ den Fahrplan des Krieges festgelegt: die UDSSR sei reif für den Untergang und als koloniale Basis deutscher Weltmacht auszubauen. „Russland ist unser Indien“ sagte er 1941 und meinte, mit einem Feldzug ganz Osteuropa erobern zu können, das dann durch neue deutsche Bauernsiedlungen „gesunden“ könne.

Die Befehle, die Hitler von April bis Juni 1941 erließ und die seine Generäle ausarbeiteten, orientierten sich nicht an der international gültigen „Genfer Konvention“, sondern an die Leitlinien „Rückkehr zum alten Kriegsbrauch. Einer von beiden Feinden muss auf der Strecke bleiben.“ Es waren vier Be- fehle, die ausgeführt wurden und den Tatbestand des Völkermords erfüllten: Alle Juden – ca. 3 Millionen – wurden mit logistischer und auch direkter Unterstützung der SS-Einsatzgruppen erschossen; ein gleiches Schicksal erlitten die gefangenen 10-15 000 Politischen Kommissare der Roten Armee; die 17 Millionen Angehörigen der Zivilbevölkerung unterstanden nicht wie im übrigen besetzten Europa den Kriegsgerichten, sondern der Mordpraxis der Truppe vor Ort, die sie als „Partisanen“ behandelte oder beim Abtransport der Übriggebliebenen zur Zwangsarbeit in Deutschland der „deutschen Zivilverwaltung“ behilflich war; die sowjetischen Gefangenen galten als „politisch geschulte Gegner“, die zur „Sabotage, Brandstiftung und Mord“ ausgebildet seien: Daher mussten von den fast 6 Millionen Gefangenen mehr als die Hälfte sterben – durch Hunger, Erfrieren, Seuchen, Zwangsarbeit oder Erschießen. 7 Millionen Rotarmisten fielen an der Front. 

Die Ermordung von 30 Millionen Angehörigen der Sowjetunion erfüllt den Tatbestand des Völkermordes und ist eine Schuld, derer auch unsere Nachfahren gedenken und aus der sie lernen werden für zukünftiges Handeln. Das Ausmaß dieses „deutschen Völkermordes“ wird heute weitgehend verharmlost, ja sogar umgedeutet. Dieser Geschichtsvergessenheit treten wir entgegen, um den Blick auf das aktuelle Verhältnis zwischen Deutschland und Russland zu erweitern und die absolute Notwendigkeit der Frie- denssicherung anzumahnen!

Informations- & Diskussionsveranstaltung

Referent: Hannes Heer, Historiker Regisseur und Publizist

Donnerstag 2. Sept. 2021 19.00 Uhr

Kirchliches Zentrum Elmshorn (KiZe), Kirchenstraße 1

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um eine schriftliche Anmeldung bis zum 29. August 2021:

E-Mail: helmut.welk@gmx.de

 

Weitere Details im Flyer 'ANTIKRIEGSTAG - Weltfriedenstag.pdf' hier zum Download: