Deutscher Gewerkschaftsbund

Dokumentation

Die Armut Jugendlicher

Lübecker Armutskonferenz 2009

Sie benötigen den FlashPlayer (mindestens Version 9) und einen Browser mit aktiviertem JavaScript!

Produziert von Hofklaus-Filme

 

Erfolge beim Abbau der Jugendarbeitslosigkeit haben nichts daran ändern können, dass Jugendliche ein überdurchschnittliches Verarmungssrisiko haben.

Über 4.500 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren waren Ende 2008 in der Hansestadt Lübeck auf Hartz IV angewiesen. Damit wächst fast jeder sechste Jugendliche in Lübeck im Hinterhof der Wohlfahrtsgesellschaft auf. Viele von ihnen haben bereits Erfahrungen mit Hartz IV bevor sie in der Arbeitswelt Fuß fassen konnten. Ein Grund ist, dass  der Übergang von der Schule in Ausbildung oder Erwerbstätigkeit nicht reibungslos klappt.

Dringend geboten ist die Auseinandersetzung mit den sozialen und arbeitsmarktpolitischen Instrumenten für Jugendliche.

Anlässlich der dritten Lübecker Armutskonferenz haben wir die Armut Jugendlicher aus dem Schatten ins Licht geholt. Anhand von individuellen Lebensgeschichten und Berichten aus der Praxis sowie aktuellen Zahlen wird der Jugendarmut ein Gesicht geben. Damit wir zukünftig hinsehen und handeln – gemeinsam!

Jung, Erwachsen und schon am Ende?

Über 4.700 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren waren Ende 2008 in der Hansestadt Lübeck auf Hartz IV angewiesen. Damit wächst fast jeder sechste Jugendliche in Lübeck im Hinterhof der Wohlfahrtsgesellschaft auf.

Viele von Ihnen haben bereits Erfahrungen mit Hartz IV bevor sie in der Arbeitswelt Fuß fassen konnten. Ein Grund ist, dass der Übergang von der Schule in Ausbildung oder Erwerbstätigkeit nicht reibungslos klappt. Arbeitslosigkeit und fehlende Berufsausbildung sind erhebliche Risikofaktoren in Bezug auf dauerhafte Armut!

Arbeitslose Jugendliche in Lübeck Anstieg der Arbeitslosigkeit (Nov 08 - Feb 09)
1.532 (davon 994 im Hartz IV Bezug) Allgemein : 10,3%
15-25 Jahre: 25,2%

Schulabschlüsse

Am Ende des Schuljahres 2007/2008 verließen 612 von 2.651 (ca. 23%) Schülern, die die Berufsschule mit einem Ausbildungsplatz besuchten, ohne Abschluss! Hinzu kamen 174 Schüler, die die Berufsschule ohne Ausbildungsverhältnis besuchten.

Am Ende des Schuljahres 2008/2009 haben 223 Schüler die Lübecker Schulen ohne mindestens den Hauptschulabschluss (HSA)verlassen. 108 waren in einem Förderzentrum, 115 auf einer allgemein bildenden Schule.

Erfolgreiches „Nachsitzen“

Von 432 Teilnehmern an Angeboten der ARGE zum Erwerb des HSA haben (seit 2005) 191 den Hauptschulabschluss erhalten (44,21%).

Alle Zahlen - Daten und Fakten hier zum Download:

Jung, Erwachsen und schon am Ende? Zahlen-Daten-Fakten (PDF, 61 kB)

von Detlev Wulff, Kreisvertreter des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein

                    
Forderungen zur Bekämpfung der Armut Jugendlicher

  1. Kontinuierliche Ausbildungsbegleitung bis zur vollständigen beruflichen Eingliederung, bis zum 25. Lebensjahr. Regelhafte und dauernde Maßnahme - kein Modellprojekt!
  2. Noch stärkere Zusammenarbeit zwischen Schule (auch Förderschule) und Betrieb, Praxis orientierte Schule, Patenschaften durch Betriebe.
  3. Mehr (auch personeller) Austausch zwischen Berufsschule und allg. bildender Schule.
  4. Nachqualifizierung für Lehrer
  5. Die BerufsEingangsKlasse mit mehr individuellen Förderungsmöglichkeiten ausstatten.

Die gesamte Zusammenstellung der Forderungen und Wünsche können Sie im folgenden PDF-Dokument nachlesen.

        

DGB-Studie: Jeder zehnte Jugendliche braucht Hartz IV

3,4 Millionen Jugendliche unter 25 Jahren haben einen sozialversicherten Job. Dem gegenüber stehen 1,2 Millionen Jugendliche, die förder- oder hilfebedürftig sind. Auf drei erwerbstätige Jugendliche kommt also mindestens einer, der auf Hilfsleistungen angewiesen ist. Auffällig dabei: der Großteil braucht staatliche Hilfe, weil sie selbst oder die Eltern zu wenig verdienen, um davon leben zu können.

          

Armutsbericht: Jugendliche zwischen Schule und Beruf

Bericht 2008: Schwerpunkt Jugendliche zwischen Schule und Beruf der Arbeitnehmerkammer Bremen.

 

Der Bildungsfonds für Lübeck - Gleiche Startchanchen für alle Kinder

In einer gemeinsamen bisher einmaligen Initiative des Gremiums Zukunft Lübeck, der Possehl-Stiftung, der Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck, der Michael-Haukohl-Stiftung, der Jürgen-Wessel-Stiftung und der Hansestadt ist es gelungen, einen Bildungsfonds für zusätzlichen Förderbedarf an Schulen und Kindertagesstätten (Kitas) zur Bekämpfung der Kinder- und Bildungsarmut in Lübeck aufzulegen.

Schwerpunkte des Bildungsfonds sind die Versorgung und Bezuschussung von Mahlzeiten, Sprachförderung und frühkindliche Bildung, Bildungs- und Sportangebote und Arbeitsmaterialien.

Von der Praxis für die Praxis - Good Practice Center des BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung)

Das Good Practice Center (GPC) des BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) ist das Informations- und Erfahrungsportal in der beruflichen Förderung von jungen Menschen - eine zentrale Stelle der Kommunikation, des Austauschs und der Zusammenarbeit.

Ziel des GPC ist es, Erfahrungen, Ideen und erprobte Lösungen in der Benachteiligtenförderung allgemein zugänglich zu machen.

 

Mit Rat und Tat helfen

Gemeindediakonie Lübeck Caritas Verband Lübeck e.V. Frauenbüro Lübeck Paritätischer Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Vorwerker Diakonie Lübecker Tafel e.V. Lübecker Jugendring e.V. Deutscher Kinderschutzbund Lübeck e.V. Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Lübeck e.V.


Nach oben

Jugendarmut

Die Armut Jugendlicher

Eva Kahlmann - foltolia.com

Einführung 3. Lübecker Armutskonferenz

Sie benötigen den FlashPlayer (mindestens Version 9) und einen Browser mit aktiviertem JavaScript!

Einführende Worte zur 3. Lübecker Armutskonferenz von Uwe Polkaehn, DGB-Regionsvorsitzender Schleswig-Holstein Ost

Stimmen aus der Praxis I

Berufsschul- und Lebensalltag

Sie benötigen den FlashPlayer (mindestens Version 9) und einen Browser mit aktiviertem JavaScript!

Volker Hennings (Leiter der Produktionsschule "Das Lernwerk"), Schüler Nils Bruse, Barbara Gleitz (Lehrerin der Berufseingangsklasse an der Emil-Possehl-Schule)

Stimmen aus der Praxis II

ARGE und IHK zu Situation und Förderprogrammen

Sie benötigen den FlashPlayer (mindestens Version 9) und einen Browser mit aktiviertem JavaScript!

Annette Windmöller ( ARGE Lübeck - U25), Dr. Ulrich Hoffmeister (Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung der IHK Schleswig-Holstein)

3. Lübecker Armutskonferenz - Diskussionsbeiträge

Sie benötigen den FlashPlayer (mindestens Version 9) und einen Browser mit aktiviertem JavaScript!

Stichworte: Verknüpfung Schule-Arbeitswelt, Qualifizierung der Lehrerinnen und Lehrern, Integration schwieriger Schülerinnen und Schüler, Stigmatisierung durch ALG II, Integration junger Menschen mit Lernbehinderung, Arbeitsmarktsituation und (soziale) Marktwirtschaft, Recht auf Bildung, Jahr der inklusiven Bildung, Kultur des Kümmerns, Sozialpädagogische Betreuung, Nachsorgedefizite, Fachkräftemangel und Berufsausbildungsreserven