Deutscher Gewerkschaftsbund

19.03.2014
Dokumentation

Armut und gesellschaftliche Teilhabe in Lübeck

Lübecker Armutskonferenz 2014

  

Zunehmend werden Menschen an den gesellschaftlichen Rand gedrängt. In Lübeck wohnen etwa 15% der EinwohnerInnen in Armut. Den meisten von ihnen ist die gesellschaftliche Teilhabe verwehrt und sie erfahren soziale Ausgrenzung. Untersuchungen zeigen einen klaren Trend zu wachsender Armut in unserer Stadt. Offenbar ist unsere Gesellschaft nicht mehr in der Lage, große Teile der Bevölkerung am gesellschaftlichen Reichtum teilhaben zu lassen.
Die Armutsentwicklung hat sich von der Wirtschaftsentwicklung abgekoppelt. Wenn die Gesellschaft nicht tiefer gespalten werden soll, dann sind Armutsbekämpfung und soziale Gerechtigkeit die Hauptaufgaben der Politik.

Was kann auf kommunaler Ebene getan werden, um die Konsequenzen der Armut abzumildern? Welche Folgen hätten weitere Kürzungen bei den sogenannten freiwilligen Leistungen, z.B. im Bereich Sport, Bildung und Kultur? Welche Bedeutung hat die Hilfe zur Selbsthilfe und das ehrenamtliche Engagement für die Betroffenen? Wie kann der Erhalt und Bau von preisgünstigen und bezahlbaren Wohnungen in allen Stadtteilen gewährleistet werden? Kann der öffentlich geförderte Arbeitsmarkt Armut eingrenzen?

Christiane Wiebe, Leiterin der VHS Lübeck, führte die Gäste durch die Veranstaltung in den Räumen der Handwerkskammer Lübeck und moderierte die Diskussionen. Die Begrüßung können Sie hier nachhören (s. Audiomitschnitt rechts).

Detlev Wulff

Detlev Wulff, Paritätischer Wohlfahrtsverband Lübeck

Zahlen - Daten - Fakten

Detlev Wulff vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Lübeck zeigte zunächst die aktuellen Entwicklungen in Lübeck auf. Lübeck verzeichnet insbesondere eine hohe Rate an Kinderarmut. Jedes dritte Kind in Lübeck lebt in Armut. Er ging insbesondere auf die Bildungssituation ein, betonte aber auch das dynamische Problem der Altersarmut.

Den kompletten Bericht können Sie nachhören (s. Audiomitschnitt rechts) oder hier einsehen:

   

    

Michaela Hofmann

Michaela Hofmann, Diözesan-Caritasverband Erzbistum Köln

Armut verringern - Teihabe fördern

Michaela Hofmann vom Diözesan-Caritasverband Erzbistum Köln beschäftigt sich seit 13 Jahren mit dem Thema Armut und schon viel dazu veröffentlicht.

Sie ging in ihrem Vortrag auf verschiedene Blickwinkel auf Armut ein und sprach über die Verfestigung von Armut durch Perspektivlosigkeit und mangelnden Glauben an sich selbst. Armut zu verringern liegt ihrer Ansicht nach in der Verantwortung aller politischen Ebenen: Kommunen, Land und Bund. Aber auch der Mindestlohn ist ein wichtiger Schritt.

Wichtig ist laut Hofmann, immer eine Vor-Ort-Analyse zur Teilhabeförderung durchzuführen, um spezifische Ansatzpunkte zu identifizieren. Die Veränderung des Sozialraums ist dabei nur ein Aspekt. Den ganzen Vortrag können Sie hier nachhören (s. Audiomitschnitt rechts) oder hier nachlesen:

    

Work-Shops

Im Anschluss gingen die TeilnehmerInnen der Konferenz in verschiedene Work-Shops:

> Selbsthilfe im Stadtteil
> Wohnsituation bei Armut
> Ehrenamtliche Tätigkeit bei Arbeitslosigkeit
> Der 2. Arbeitsmarkt–öffentlich geförderte Beschäftigung

  
Die Ergebnisse wurden dem Publikum danach präsentiert.
Die Präsentation können Sie hier nachhören (s. Audiomitschnitt rechts)
und sich die schriftlich festgehaltenen Ergebnisse hier herunterladen:

  
Markt der Möglichkeiten

Neben der Veranstaltung kontten die TeilnehmerInnen sich auf dem Markt der Möglichkeiten über Angebote verschiedenster Art informieren. Zu den Ausstellern gehörten:

  • ePunkt - das Lübecker Bürgerkraftwerk e.V.
  • Erwerbslosenberatung des DGB
  • Interkulturelle Stadtteilarbeit (Kulturladen Buntekuh)
  • Interkulturelle Bielefeldt-Gärten Lübeck
  • Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen KISS
  • Lübecker Stadtmütter mit Laden 58
  • Lübecker Tafel
  • NOVI-LIFE – Sozialkaufhäuser
  • Projekt „Sich regen bringt Segen“

Links zu den Projekten und Angeboten finden Sie in der rechten Spalte.


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Armutskonferenz Lübeck 2014

Begrüßung zur Armutskonferenz Lübeck 2014

Christiane Wiebe, Leiterin VHS Lübeck

Zahlen - Daten - Fakten

Detlev Wulff, Paritätischer Wohlfahrtsverband Lübeck

Armut verringern - Teilhabe fördern

Michaela Hofmann, Diözesan-Caritasverband Erzbistum Köln

Ergebnisse der Work-Shops

Selbsthilfe im Stadtteil, Wohnsituation bei Armut, Ehrenamtliche Tätigkeit bei Arbeitslosigkeit, Der 2. Arbeitsmarkt - öffentlich geförderte Beschäftigung

Markt der Möglichkeiten


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