Deutscher Gewerkschaftsbund

Vortrag Prof. Dr. Rudolf Hickel

Die Krise bekämpfen

mit aktiver und alternativer Wirtschafts- und Finanzpolitik

Prof. Dr. Rudolf Hickel

DGB-Region Düsseldorf

Die letzten Jahre waren nicht die Schlechtesten. Die Arbeitslosigkeit ging zurück, die Wirtschaft florierte, die Tarifabschlüsse stiegen. Bundesregierung, Wissenschaft und Wirtschaft frohlockten: Der Neoliberalismus hat gesiegt.

Durch deregulieren, privatisieren und liberalisieren konnten Renditen erzielt werden, die alles bisher da gewesene in den Schatten stellten. In der gleichen Zeit, in der die Gewinne in die Höhe schnellten und die Managergehälter auf unverschämte Höhen anstiegen, entstanden viele Arbeitsplätze dort, wo Arbeit am schlechtesten bezahlt und unsicher ist: in der Leiharbeit, im Niedriglohnbereich, bei befristeten und 400-Euro-Jobs. Und die Schere zwischen Arm und Reich ging deutlich auseinander.

Dann kam das Erdbeben der Finanzkrise, das die Realwirtschaft gleich mit sich riss. Allerdings fiel es nicht vom Himmel. Die Krise wurde bewusst herbeigeführt, weil die Gier größer war als die Vernunft. Der Wahnsinn hatte Methode. Der Casino-Kapitalismus muss der Geschichte angehören. Wir brauchen eine Marktwirtschaft für die Menschen und wir müssen die Krise bekämpfen. Dazu müssen die Profiteure und Verursacher des Spielcasinos zur Kasse gebeten werden.

Prof. Dr. Rudolf Hickel von der Universität Bremen, Institut Arbeit und Wirtschaft (IAW), fragt nach den Schuldigen der Finanzkrise. Unübersehbar sei die Tatsache, dass die Unternehmen in den letzten Jahren gigantische Gewinnzuwächse zu verzeichnen hatten. Anstatt die Beschäftigten über Lohnzuwächse am wirtschaftlichen Erfolg angemessen zu beteiligen, sind von den Unternehmen die aus dem Ruder laufenden Finanzmärkte mit den Überschüssen gespeist worden. Derzeit reduziert sich die Politik der Bundesregierung auf das (leider) unvermeidbare Notprogramm sowie die Debatte um streng kontrolllierte Spielregeln auf den Finanzmärkten. Das allein reicht aber nicht aus. Jetzt muss die Krise außerdem mit aktiver und alternativer Wirtschafts- und Finanzpolitik überwunden werden.

Hören Sie hier den Vortrag von Prof. Dr. Rudolf Hickel, vom 13. Mai 2009 im Dräger-Forum Lübeck.

 

Die letzten drei Jahre waren nicht die Schlechtesten.
Die Arbeitslosigkeit ging zurück, die
Wirtschaft fl orierte, die Tarifabschlüsse stiegen.
Bundesregierung, Wissenschaft und Wirtschaft
frohlockten: Der Neoliberalismus hat gesiegt.
Durch deregulieren, privatisieren und liberalisieren
konnten Renditen erzielt werden, die alles
bisher da gewesene in den Schatten stellten.
In der gleichen Zeit, in der die Gewinne in die
Höhe schnellten und die Managergehälter auf
unverschämte Höhen anstiegen, entstanden viele
Arbeitsplätze dort, wo Arbeit am schlechtesten
bezahlt und unsicher ist: in der Leiharbeit, im
Niedriglohnbereich, bei befristeten und 400-Euro-
Jobs. Und die Schere zwischen Arm und Reich
ging deutlich auseinander.
Dann kam das Erdbeben der Finanzkrise, das die
Realwirtschaft gleich mit sich riss. Allerdings fi el
es nicht vom Himmel. Die Krise wurde bewusst
herbeigeführt, weil die Gier größer war als die
Vernunft. Der Wahnsinn hatte Methode.
Der Casino-Kapitalismus muss der Geschichte
angehören. Wir brauchen eine Marktwirtschaft
für die Menschen und wir müssen die Krise
bekämpfen. Dazu müssen die Profi teure und
Verursacher des Spielcasinos zur Kasse gebeten
werden.

Sie können über die nachstehende Stichwort-Liste und die dazugehörigen Zeit-Angaben an die entsprechenden Stellen im Vortrag gelangen.

  • Wiederholt sich die Weltwirtschaftskrise von 1929? - 06:13
  • Doppelte Krise: Konjunktur- und Finanzmarktkrise - 13:21
  • Toxische Produkte am Finanzmarkt - 16:16 / 42:00
  • Die Kette von Güter- und Dienstleistungsmärkten, Finanzmärkten und Arbeitsmärkten - 18:08
  • Konjunktur- und Finanzmarktkrise in Deutschland - 21:57
  • Schlußfolgerungen für die Zukunft - 34:31
  • Einbruch der Arbeitsmärkte - 37:58 Raubtierkapitalismus - 39:53
  • Folgen der Krise: Was ist zu tun? - 53:30

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