Deutscher Gewerkschaftsbund

Aus dem Schatten ins Licht - Lübecker Armutskonferenz 2012

Armut von Alleinerziehenden

      

Alleinerziehende sind stärker von Armut bedroht

In Lübeck beziehen gegenwärtig ca. 2500 Alleinerziehende Arbeitslosengeld II. Deren Lebenssituation ist geprägt durch nicht ausreichend bezahlte Arbeit und damit oft durch finanzielle Not, fehlende Zielorientierung und Perspektivlosigkeit.

Alleinerziehende und Armut gehören nicht zwingend zueinander. Aber schlechte Erwerbseinstiegschancen und häufige berufliche Unterbrechungen sind die Ursache für hohe Armutsquoten und vergleichsweise niedrige Einkommen. Fehlende Schulabschlüsse und Berufsausbildungen erhöhen das Armutsrisiko.

Die 6. Lübecker Armutskonferenz will die Situation der alleinerziehenden Mütter und Väter und deren Kinder deutlich machen und eine Lübecker Strategie zur Vermeidung von Armut entwickeln.

 

Raus aus der Armutsfalle - Strategien für Alleinerziehende

Ein Vortrag von Prof. Dr. Barbara Thiessen, Hochschule Landshut, Fakultät Soziale Arbeit

 

Prof. Dr. Barbara Thiessen

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Alleinerziehende (oder Ein-Elternfamilien) haben einen wachsenden Anteil an allen Familien, aktuell ist fast jede vierte Familie eine Ein-Elternfamilie. Im Westen der Bundesrepublik sind es derzeit 18%, im Osten etwa 26%.
Laut einer Umfrage des Allensbach-Institutes von 2010 wird ein Paar mit Kindern zu 95% als Familie identifiziert, aber nur 52% sehen eine Alleinerziehende mit Kindern als Familie (Thiessen, S.3 und 5).

In ihrem Vortrag geht Prof. Dr. Barbara Thiessen auf die Gründe und Folgen für Alleinerziehende ein. Sioe beschreibt die Armutsfalle "alleinerziehend" näher, geht auf die Vielfalt von Ein-Elternfamilien ein und die Wirkungen von Armuts- und Ausgrenzungserfahrungen. Im abschließenden Teil ihres Vortrages wirft Prof. Dr. Thiessen einen Blick auf Strategien gegen Armut bei Alleinerziehenden, politische Rahmungen und praktische Ansätze.

Hören Sie sich den Vortrag an (s. Kasten auf der rechten Seite) oder lesen Sie hier nach:

Zur Internetseite von Prof. Dr. Thiessen an der Hochschule Landshut

 

Zahlen-Daten Fakten zu Alleinerziehenden in Lübeck

Ein Beitrag von Detlef Wulff, Kreisvertreter des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein

 

Portraits zur Armut von Alleinerziehenden

Die Portraits dreier alleinerziehender Frauen werden vorgestellt von Frau Wachowski, von Frauen helfen Frauen e.V., Frau Wieczorek von der IHK zu Lübeck, Projekt Ausbildung in Teilzeit zusammen mit Pröbstin Frauke Eiben und Frau Martini vom Caritas Lübeck e.V.

Hören Sie die Beiträge (s. Kasten rechte Seite) oder lesen Sie sie hier nach:

 

Die Foto(Bewerbungs)ausstellung

Im Rahmen der Lübecker Armutskonferenz gab es eine Fotoausstellung. Qualifizierte alleinerziehende Frauen, die eine Arbeitsstelle suchen, wurden auf großen Wandbildern präsentiert. Für interessierte Arbeitgeber lagen Bewerbungsmappen zum Mitnhemen aus.

Foto(Bewerbungs)Ausstellung

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Die Ausstellung ist ein Projekt von Frauen helfen Frauen e.V.

 

Offene Gesprächsrunde und Forderungen der 6. Lübecker Armutskonferenz

Prof. Dr. Barbara Thiessen

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In der offenen Gesprächsrunde konnte das Publikum Fragen an Prof. Dr. Thiessen stellen und von eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen berichten.

Ideen und Anregungen, die aus dem Publikum kamen, betrafen im Bereich kommunaler Ansätze:

  • Projekt „Kompetenzzentrum“ für Lübeck
  • Betreuung kranker Kinder für erwerbstätige AE
  • Neue AZ-Modelle für Arbeitgeber in HL erproben
  • „Zeit“-Modelle für Öffnungszeiten / Handwerksbetriebe etc.
  • Nachbarschaftshilfe organisieren (für z.B. kranke Kinder)

und auf Bundesebene

  • Höhersetzen der Regelsätze
  • Verändern der Regelwochenarbeitszeit
  • Geschlechtergerechter Mindestlohn

Die Armutskonferenz schloss mit den Forderungen an Politik und Gesellschaft zum

Ausbau der Kinderbetreuung

  • Kostenfrei
  • Zeitlich flexibler
  • Arbeitgeber unterstützt
  • Qualitativ gute Kinderbetreuung als Regelangebot auf Schulkinder ausdehnen
  • Statt Betreuungsgeld Ausbau der Strukturen

und zur Berufsausbildung bzw. Berufstätigkeit

  • Vereinbarkeit Berufstätigkeit – Familienarbeit allgemein
  • Kostenfreie Qualifizierung in Zukunftsjobs
  • Flexiblere Arbeitszeitgestaltung
  • Anpassung der Arbeits- und Ausbildungszeiten an die Möglichkeiten von Alleinerziehenden
  • Teilzeitausbildung auch für schulische Berufsausbildungen (z.B. Erzieherinnen und Altenpflegerinnen)

Die offene Gesprächsrunde können Sie nachhören (s. rechter Kasten) oder die Ergebnisse nachlesen und ausdrucken:


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Raus aus der Armutsfalle

(Kommunale) Strategien für Alleinerziehende
Ein Vortrag von Prof. Dr. Barbara Thiessen, Hochschule Landshut, Fakultät Soziale Arbeit.

Portraits von Alleinerziehenden

Die Portraits dreier alleinerziehender Frauen werden vorgestellt von Frau Wachowski, von Frauen helfen Frauen e.V., Frau Wieczorek von der IHK zu Lübeck, Projekt Ausbildung in Teilzeit zusammen mit Pröbstin Frauke Eiben und Frau Martini vom Caritas Lübeck e.V.

Offene Gesprächsrunde

Armut als strukturelles Problem, Vernetzung von Behörden, Einrichtungen und Institutionen, öffentliche Wahrnehmung von Alleinerziehenden, Entwicklung kommunaler Strategien, fehlende politische Lobbyarbeit, geschlechtergerechter Mindestlohn, SGB II-Regelsätze, Überbrückung von Engpässne in der Betreuung