Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 03-2016 - 05.02.2016
Internationaler Frauentag 2016

Frauenrechte und Asylrecht sind Menschenrechte ... und nicht weniger!

Internationaler Frauentag

DGB KV Pinneberg

Informations-, Diskussions-u. Kulturveranstaltung
zum Internationalen Frauentag 2016

Freitag, 11. März 2016, 19 Uhr
Industriemuseum Elmshorn, Catharinenstr. 1 (Nähe Bahnhof)

Referentinnen:

Bettina Jürgensen, Kiel, Zentraler ver.di-Arbeitskreis Offensiv gegen Rassismus und Rechtsextremismus; aktiv in der Frauenbewegung
Dana Gora, Wedel, GEW Landesausschuss Migration, Diversität und Antidiskriminierung
Moderatorin: Anke Brauer, Elmshorn, IG-Metall
Kulturelle Beiträge: Jane Zahn, Kabarettistin und Sängerin 

 

Wertschätzung für Frauen weltweit!

Weltweit setzen sich Frauen, egal welchen Alters, welcher Nationalität, Hautfarbe oder Religion am Internationalen Frauentag gegen Diskriminierung und Gewalt, für ein selbstbestimmtes, gleichberechtigtes Leben, für Menschenrechte und für eine sozial gerechte Welt und Frieden ein.

Weltweit wird jede dritte Frau einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt. Sie sind die am meisten Betroffenen im Krieg. Sie sind öfter und stärker von Armut betroffen. Sie versorgen meist neben der Berufstätigkeit den Haushalt, kümmern sich um Kinder, Kranke, Alte und bekommen dafür keine oder geringe Wertschätzung. Sie haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und verdienen trotz gleicher Qualifikation immer noch 22% weniger als Männer. Oft bekommen sie nur prekäre, Mini- oder Teilzeitjobs, von denen sie nur schwer oder nicht leben können. Wir wollen Wertschätzung für Frauen weltweit! Denn Frauenrechte sind Menschenrechte. Dafür steht der Frauentag: Eine schnelle Erhöhung des Mindestlohns! Gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit! Gesicherte Arbeitsverhältnisse statt prekärer Jobs! Rücknahme der Rente mit 67 und eine Rente, die ein Leben in Würde ermöglicht!

Aufruf des DGB zum Internationalen Frauentag 2016: Wir brauchen Arbeitszeitsouveränität!

Für eine geschlechtergerechte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben brauchen Beschäftigte Arbeitszeitsouveränität. Deswegen setzen Gewerkschaften am Internationalen Frauentag 2016 ein Zeichen für morgen und fordern:

  • das im Teilzeit- und Befristungsgesetz enthaltene Recht auf Teilzeit auf alle Beschäftigten auszuweiten unabhängig davon, wie groß der Betrieb ist, indem sie arbeiten.

  • ein Recht auf befristete Teilzeit. Damit Beschäftigte ihre Arbeitszeit nach Bedarf auch wieder aufstocken können und auch Männer sich trauen, in bestimmten Lebensphasen ihre Arbeitszeit zu reduzieren.

  • ein Recht, aus der Teilzeit wieder zurück zu kehren. Wer raus will aus der Teilzeitfalle, soll auch einen gesetzlichen Anspruch darauf haben.

Der DGB macht sich stark für eine eigenständige Existenzsicherung von Frauen über alle Lebensphasen hinweg.

Gewalt an Frauen und Mädchen muss generell geahndet werden!

Wenn sich die Sylvester-Ereignisse in Köln, Hamburg und anderswo so abgespielt haben wie berichtet, dann signalisieren sie auch mögliche Defizite in den Konzepten und Maßnahmen zur Integration von Migranten und Flüchtlingen. Denn Integration bedeutet immer auch die Ermöglichung von Sprachaneignung, von beruflicher Qualifizierung und Zukunft, von kulturellen Kenntnissen, materieller Sicherheit und eines selbstbestimmten Lebens unter menschenwürdigen und gleichberechtigten Bedingungen. Diese Fragen geraten in den Hintergrund. Geradezu übergangslos aber werden die Übergriffe von der Bundesregierung und rechten Kräften für Angriffe auf das Asylrecht und auf Asylsuchende missbraucht. Wir wissen jedoch, dass Gewalt und sexuelle Übergriffe kein "Flüchtlingsproblem" sind, sondern in dieser Gesellschaft fast täglich stattfinden und eine grundsätzliche Herausforderung darstellen.

Verschärfung des Asylrechts

Die Bundesregierung ist dabei, Gesetzespakete auf den Weg zu bringen, die massive Verschärfungen des Asylrechts bedeuten. Weiterhin werden „sichere“ Herkunftsländer definiert, Zäune gebaut und Grenzübergänge gesperrt. Weitere Gesetze hebeln für viele Flüchtlinge ein angemessenes und faires Asylverfahren aus, sie schränken den Familiennachzug ein und erkennen medizinische Abschiebehindernisse nicht an. Mit „beschleunigten Verfahren“ sollen Asylsuchende binnen weniger Tage abgefertigt werden. Sie leben isoliert in gesonderten Aufnahmezentren. Wer keinen Pass hat, ist ebenso vom Schnellverfahren betroffen. Es geht nur um eins: Die Bundesregierung will noch mehr Menschen noch schneller abschieben selbst dann, wenn sie körperlich oder psychisch schwer krank sind und eine Abschiebung für sie potenziell lebensbedrohlich ist. Dagegen stellen wir fest:

Asylrecht ist Menschenrecht!

Alle Menschen haben ein Recht auf Asyl (so der Grundgedanke des Grundgesetzes) und eine menschenwürdige und faire Behandlung! Auf jeden Fall muss es für Frauen auch bei Verfolgung wegen ihres Geschlechts ein umfassendes Asylrecht geben! Frauenspezifische Fluchtursachen müssen bei dem Umgang mit weiblichen Flüchtlingen beachtet werden. Auch bei der Integration geflüchteter Frauen in den Arbeitsmarkt muss der Schutz vor prekärer Beschäftigung gewährleistet sein; Ziel ist eine nachhaltige und hochwertige Beschäftigung. 

Veranstalter: 

DGB Kreisverband Pinneberg
ver.di Bezirk Pinneberg-Steinburg
IG Metall UnterelbeGEW Kreisverband Pinneberg 

 


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