Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 13-2016 - 08.04.2016

Familientag in Schwarzenbek

DGB Kreisverband aktiv beim Internationalen Tag der Familie

Familienfest Schwarzenbek


Am 24. April 2016 beteiligt sich der DGB-KV Lauenburg zum dritten Mal am Fest zum Internationalen Tag der Familie in Schwarzenbek.
Anlässlich des Pressetermins am 21. März 2016 wurde Pressemappe angefertigt. Sie enthält Informationen zur Beteiligung des DGB-KV und Hintergrundinformationen.

Unser erstes Thema ist:

Frau geht vor – Familienernährerin!

Wir fordern: die eigenständige Existenzsicherung von Frauen ist zugleich Bedingung und Basis für gerechte Geschlechterarrangements auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft. Jede Frau muss die Chance auf Erwerbstätigkeit und ein eigenes Einkommen haben, von dem sie auf eigenen Beinen stehen kann und persönliche Abhängigkeiten ausschließt. In jeder Lebensphase, gemeinsam mit dem Partner oder als Single, in der gemeinsamen Verantwortung für Kinder oder als Alleinerziehende. http://www.was-verdient-die-frau.de/

In den letzten Jahrzehnten ist die Erwerbstätigkeit von Frauen zwar gestiegen, diese Erhöhung ist jedoch in erster Linie auf eine starke Ausweitung von geringfügiger und Teilzeitbeschäftigung zurück zu führen.
Raus aus der Rolle als Zuverdienerin, in der Familie und im Betrieb!

Wenn Frauen den Hauptteil zum Haushaltseinkommen beitragen, tun sie dies unter schwierigen Bedingungen. Neben dem tatsächlichen Unterhalt der Familie, ruht die Sorge um den Nachwuchs oder alternativ der Eltern auf ihren Schultern. Gesellschaftlich unverzichtbare aber auch nicht honorierte Arbeit.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hat im vergangenen Jahr eine Aufwertung der Tätigkeiten im Sozial- und Erziehungsdienst erkämpft. Auch der DGB-Kreisverband Lauenburg hat sich daran beteiligt. Es ging ganz konkret um eine bessere tarifliche Bewertung dieser hoch qualifizierten und anspruchsvollen Tätigkeiten.


Unser zweites Thema ist:

Für eine gerechte Mütterrente!

Die Neuregelungen zur sogenannten Mütterrente waren am 1. Juli 2014 in Kraft getreten. Danach bekommen Frauen (und gegebenenfalls auch Männer) für vor 1992 geborene Kinder einen zusätzlichen Rentenentgeltpunkt gutgeschrieben. Das Plus im Osten fällt dabei geringer aus als im Westen.

Wir fordern: Für alle Mütter, deren Kinder vor und nach 1992 geboren sind, müssten künftig drei Kindererziehungsjahre angerechnet werden. Bislang werden für die Erziehung der vor 1992 geborenen Kinder zwei Jahre, also zwei Entgeltpunkte, angerechnet. Zudem ist diese Leistung nicht länger aus der Rentenkasse, sondern aus Steuern zu finanzieren.

Die rentenrechtliche Berücksichtigung von Kindererziehung hängt damit weiter vom Zeitpunkt der Geburt des Kindes und dem Ort der Kindererziehung ab. Da das Rentenrecht immer noch nach Ost und West unterscheidet, wird die Erziehungsleistung in den neuen Bundesländern rentenrechtlich geringer anerkannt. Ein Kind „Ost“ ist für die Rente monatlich 2,16 Euro weniger wert als ein Kind „West“.

Am Familientag werden wir eine Unterschriften-Sammlung durchführen. 

Eine Gleichbehandlung aller Kinder auf dem nach 1991 geltenden Niveau sowie eine Gleichbehandlung Ost und West würde – gerade bei Frauen – zu spürbar höheren Renten führen, wie die nachfolgende Tabelle zeigt:

Rentenrechtliche Absicherung von Kindererziehung durch die Mütterrente

Was macht die Differenz aus?

aBL = alte Bundesländer
nBL = neue Bundesländer 

Geboren vor 1992
 (2 EP)

Geboren nach 1991

(3 EP)

 Differenz/ Monat Differenz nach 21,5 Jahren Rentenlaufzeit*

aBL

58,42 €

87,63 €

29,21 €

rd. 7.500 €

nBL

54,10 €

81,15 €

27,05 €

rd. 7.000 €

Differenz O-W/Monat

4,32 €

6,48 €

Differenz nach 21,5 Jahren Rentenlaufzeit*

rd. 1.115 €

rd. 1.700 €

 

Quelle: aktualisierte Tabelle aus dem zum Thema weiterführenden Beitrag von Prof. Ursula Engelen-Kefer und Dr. Judith Kerschbaumer „Mindestlohn, Rente mit/ab 63 und Mütterrente: Was bringen die aktuellen Reformen den Frauen? Zu den Wirkungen auf die Existenz- und Alterssicherung von Frauen“, Soziale Sicherheit 3/125, S. 110 ff.


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