Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 02-2017 - 25.01.2017
Mehr als Lohnsteigerungen gefordert

Lübecker Tarifpressekonferenz 2017

Tarifpressekonferenz 2017

DGB SH SO

Im vergangenen Jahr ist es den Gewerkschaften gelungen, deutliche Lohnsteigerungen zu erstreiten und auch 2017 sollen die Beschäftigten in Lübeck wieder von Tariferhöhungen profitieren. Bei der DB AG und in der Chemiebranche konnten EVG bzw. IG BCE bereits gute Abschlüsse erzielen. Die erzielten Tarifabschlüsse in den Bereichen Entgelt (+5,3 %), Zukunft durch Ausbildung und Demografie in der Chemiebranche befinden sich in der Umsetzung.

Die IG Metall verhandelt in diesem Jahr über Gehaltssteigerungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Kfz-Handwerk. Von den ca. 1000 Beschäftigten in Lübeck profitieren allerdings nur etwa 300 direkt vom Tarifvertrag. Die erste Hälfte des Jahres nutzt die IG Metall für eine große Befragung der Beschäftigten zur Arbeitszeit. Neben Lohnerhöhungen soll es bei den Ende des Jahres anstehenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie auch um die Gestaltung der Arbeitszeit gehen. Das Konfliktpotenzial ist bei diesem Thema allerdings besonders hoch.

Für die Papierindustrie und verschiedene größere Betriebe in der Region verhandelt die IG BCE 2017 neue Entgelttarifverträge. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert in diesem Jahr Lohnerhöhungen zwischen 4,5 und 5,5% sowie deutliche Steigerungen bei den Ausbildungsvergütungen. Zu den Branchen in denen verhandelt wird, gehört das Hotel- und Gaststättengewerbe und die Süßwarenindustrie, mit Betrieben wie Niederegger und Schwartauer Werke. Die Gewerkschaft ver.di hat im Jahr 2016 einige Tarifverträge abgeschlossen, die Gehaltserhöhungen und weitere Verbesserungen in diesem Jahr bedeuten. Ein gutes Beispiel dafür ist der Abschluss im öffentlichen Dienst des Bundes und der Gemeinden. Hier werden die Gehälter nach einer Erhöhung von 2,4% zum 01.03.16 noch einmal um 2,35% zum 01.02.17 erhöht. In diesem Jahr verhandeln die Gewerkschaften ver.di, GdP, GEW und IG BAU ebenfalls für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, dieses Mal für den Bereich der Länder. 6 Prozent stehen dafür auf der Forderungsagenda. Verhandelt wird unter anderem für die ca. 5400 Beschäftigten des Lübecker Universitätsklinikums. Aufgrund der permanenten personellen Unterversorgung, soll für das Pflegepersonal an den Krankenhäusern zudem über einen Tarifvertrag zur Entlastung verhandelt werden. Darüber hinaus fordert ver.di für die Beschäftigten in den Nahverkehrsbetrieben des Landes, zu denen auch die ca. 500 Beschäftigten vom Stadtverkehr Lübeck zählen, 145 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

 

Es geht bei den Tarifverhandlungen aber um mehr als Lohnerhöhungen“ betont Juliane Hoffmann, Geschäftsführerin des DGB Schleswig-Holstein Südost. „Wir fordern auch qualitative Verbesserungen für unsere Kolleginnen und Kollegen.“ Beispielhaft dafür ist sicherlich der Ende vergangenen Jahres beschlossene Tarifvertrag zwischen EVG und Deutscher Bahn. Er lässt die Beschäftigten ab 2018 zwischen mehr Geld, weniger Arbeitszeit oder mehr Urlaubstagen wählen. Auch die IG Metall befindet sich in der Vorbereitung ihrer Arbeitszeitkampagne. „Unsere Gewerkschaften nehmen ihre Verantwortung zur Gestaltung gesellschaftlicher Veränderungen ernst“, erklärt Hoffmann. Bei den Tarifverhandlungen stünden deshalb schließlich auch die Themen demografische Entwicklung (IG BCE, NGG) und Digitalisierung (EVG) auf der Agenda.

Den Deutschen Gewerkschaftsbund wird im ersten Halbjahr vor allem die Kampagne zur LTW beschäftigen. „Dabei werden wir von den Parteien besonders das Bekenntnis fordern, Schleswig-Holstein zu einem Land der Guten Arbeit zu machen“, erklärt die Geschäftsführerin des DGB in der Region. Das bedeute unter anderem die Beibehaltung und konsequente Anwendung des Tariftreue- und Vergabegesetzes und eine Anpassung des vergabespezifischen Mindestlohns mindestens an die unterste Entgeltgruppe des TV-L. Auch wirtschaftspolitische Maßnahmen müssten die Ausweitung der Tarifbindung zum Ziel haben. Denn, konstatiert Juliane Hoffmann, „Gute Arbeit, also keine prekären Jobs und Tariflöhne statt Lohndumping, ist nicht nur ein Mittel gegen den Fachkräftemangel im Land, sie ist auch die beste Waffe gegen Rechts. Die Ergebnisse der Wahlen und den damit verbunden Rechtsruck im vergangenen Jahr bringen einen grundsätzlichen Protest gegen die soziale Schieflage zum Ausdruck. Viele wünschen sich zurück in eine Zeit, in der man von seinem Job gut leben konnte, in der es gerechter zuging als heute. Dass Rechtspopulisten, das niemals liefern werden, wird vor lauter Wut ignoriert“, meint Hoffmann.


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