Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 15-2016 - 29.04.2016
Atypische Beschäftigung: In Schleswig-Holstein am höchsten

Stoppt den Betrug an den Arbeitnehmern!

Der Anteil von Teilzeitstellen, Leiharbeit und Minijobs an der Gesamtbeschäftigung ist bundesweit erneut gestiegen und befindet sich auf dem höchsten Stand seit 13 Jahren. Vor allem Frauen sind benachteiligt. Besondere Problemlagen bestehen in Schleswig-Holstein - das Land nimmt mit einem Anteil von 43,1 Prozent die Spitzenposition bei der sogenannten atypischen Beschäftigung ein. Das zeigen neue Auswertungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, erklärt dazu:

"Gute Arbeit ist unbefristet und ordentlich entlohnt. Dass dies immer seltener der Fall ist und statt dessen Teilzeit- und Leiharbeit boomen, ist ein Alarmzeichen. Die Arbeitgeber müssen der Verpflichtung nachkommen, die der Sozialstaat und die soziale Marktwirtschaft ihnen auferlegt. Wenn immer mehr Beschäftigte mit Sorge in die Zukunft blicken, dann gerät auch die Demokratie allmählich in Gefahr - das zeigen auch die jüngsten Wahlergebnisse und Umfragen. Das Land braucht eine neue Ordnung der Arbeit. Der leichte Rückgang bei Minijobs zeigt, dass der Mindestlohn greift. Aber 14,4 Prozent der Beschäftigten haben immer noch einen Minijob als Hauptverdienst - das ist ein Skandal angesichts einer Wirtschaft, die hervorragende Umsätze und satte Renditen vorweisen kann. Sicher gibt es auch Arbeitszeiten, die in bestimmten Lebensphasen freiwillig reduziert werden, aber vielfach wünsche sich gerade Frauen eine Rückkehr in Vollzeitarbeit. Aus dauerhaften Minijobs und Teilzeitarbeit können jedenfalls keine Renten entstehen, die zum Leben reichen. Vor allem den Frauen in Schleswig-Holstein droht so massenhafte Altersarmut. Daher müssen die Politiker und Regierungen endlich wirksame Leitplanken gegen den Missbrauch von Werkverträgen, Leiharbeit und Minijobs ziehen. Der Betrug bei den Sozialversicherungsbeiträgen durch Arbeitgeber muss unterbunden und hart bestraft werden. Das Ziel müssen Löhne und Renten sein, von denen man ohne Sozialhilfe leben kann."

Die Datenbank des WSI mit Daten für alle Landkreise finden Sie hier:

http://www.boeckler.de/apps/atypischebeschaeftigung/index.php


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