Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 09-2017 - 18.09.2017
100.000 Menschen in der Region droht Altersarmut

Altersarmut steigt - DGB fordert Kurswechsel

Kurswechsel in der Rente jetzt!

DGb SH SO

Wenige Tage vor der Bundestagswahl warnt der DGB in der Region Schleswig-Holstein Südost, zu der die Kreise Pinneberg, Stormarn, Herzogtum Lauenburg, Segeberg, Ostholstein sowie die freie Hansestadt Lübeck gehören, vor steigender Altersarmut. Die Zahl der Menschen die in Schleswig-Holstein zusätzlich zu ihrer Altersrente auf Grundsicherung angewiesen sind, ist laut Zahlen des Statistikamt Nord von 2011 bis 2015 - aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor - um fast 30 Prozent gestiegen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass immer mehr Menschen nach einem langen Erwerbsleben in Armut leben müssen“, erklärt Juliane Hoffmann, DGB-Regionsgeschäftsführerin. In der Region leben derzeit knapp 10.000 Menschen über 65 Jahren, die Sozialleistungen nach SGB XII, das heißt Grundsicherung im Alter beziehen müssen. „Die Zahl der tatsächlichen Leistungsberechtigten ist allerdings noch höher“, ist sich Juliane Hoffmann sicher. „Viele ältere Menschen schämen sich die staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. In Würde zu Altern wird für viele Menschen in Zukunft nicht möglich sein. Altersarmut wird in unserer Gesellschaft zur traurigen Normalität werden.“

So verdienten in der Region Ende vergangenen Jahres gut 100.000 Beschäftigte (Vollzeit, ohne Auszubildende) weniger als 2.500 Euro brutto im Monat. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Ursächlich dafür ist das fortschreitende Sinken des gesetzlichen Rentenniveaus, von heute bereits lediglich 48 Prozent auf nur noch etwa 43 Prozent im Jahr 2030.

Damit müsse endlich Schluss sein fordert Juliane Hoffmann: „Wir brauchen dringend einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Die gesetzliche Rente muss ein Altern in Würde ermöglichen.“ Als Allererstes sei eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus auf dem heutigen Stand von 48 Prozent nötig. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen am Ende eines jahrzehntelangen Berufslebens für ihre Arbeit immer weniger Rente bekommen. Die Rente muss endlich wieder Schritt halten mit der Entwicklung der Löhne“, erklärt die Regionsgeschäftsführerin des Deutschen Gewerkschaftsbundes. In einem weiteren Schritt müsse das Rentenniveau wieder über das jetzige Niveau hinaus angehoben werden.

Die staatlich bezuschusste private Altersvorsorge sieht Juliane Hoffmann hingegen kritisch: „Aus den letzten 15 Jahren wissen wir: Riester ist gescheitert. Der Kapitalmarkt ist der falsche Platz um eine sichere Altersvorsorge für alle zu gewährleisten. Deshalb brauchen wir jetzt einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Das Thema darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, es muss unverzüglich gehandelt werden, sonst droht uns in Zukunft massenhafte Altersarmut.“ Die DGB-Gewerkschaften haben im laufenden Bundestagswahlkampf klare Anforderungen an die Rentenpolitik formuliert und werden auch nach der Wahl auf schnelle gesetzliche Änderungen drängen.


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt

DGB-Region Schleswig-Holstein Südost

Holstentorplatz 1-5
23552 Lübeck

Tel.: 0451 799 50 10
Fax: 0451 799 50 20
e-Mail: luebeck@dgb.de

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Abonnieren Sie die aktuellen Nachrichten der DGB-Region Schleswig-Holstein Südost