Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 26-2015 - 16.12.2015

Mindestlohn wirkt auch in Schleswig-Holstein Südost

Mindestlohn


Als einen „Riesenerfolg“ bezeichnete die Regionsgeschäftsführerin aus Lübeck, Juliane Hoffmann, den gesetzlichen Mindestlohn. „Ein Jahr nach seiner Einführung werfen wir einen Blick auf seine Wirkungen und stellen fest: Er hat keine Jobs gekostet und vielen Beschäftigten ein kräftiges Lohnplus beschert“, so Hoffmann weiter. „Wer im Vorfeld Jobverluste, Unternehmenspleiten und explodierende Verbraucherpreise befürchtete, wird nun eines Besseren belehrt.“

Insbesondere Frauen, Ungelernte, Beschäftigte in Dienstleistungsbranchen und in Ostdeutschland profitieren von der Lohnuntergrenze. Das ergab eine DGB-Analyse der Zahlen des Statistischen Bundesamts vom 2. Quartal 2015 im Vergleich mit dem Vorjahresquartal (aktuellere sind noch nicht verfügbar).

Bundesweit kam es in diesem Zeitraum zu einem Anstieg der Löhne der Ungelernten in Vollzeit- und Teilzeitstellen um 3,3 Prozent (Bayern: 1,1 %). In dieser Zahl sind MinijobberInnen nicht enthalten.

Nach Wirtschaftszweigen betrachtet, ist der Lohnzuwachs bundesweit im Gastgewerbe und im Handel besonders auffällig: Er beträgt im Gastgewerbe sechs Prozent, (West: 4,9 %, Ost: 18,4 %). Im Handel bekamen die Beschäftigten bundesweit im Schnitt 2,7 % mehr Geld (West:1,3 % Ost: 17,8 %).

Über viele Branchen hinweg profitieren besonders die Frauen vom Mindestlohn: Sie erhielten bundesweit 3,5 % mehr Lohn (Männer: 3,1%).

Für die DGB-Region Schleswig-Holstein Südost liegen keine Zahlen zur Lohnentwicklung vor. Daten zur Entwicklung der Beschäftigung (Januar bis Ende März 2015) zeigen jedoch: Sozialversicherungspflichtige Arbeit nahm in der Region um durchschnittlich 1,8 % (insgesamt 7.837 Stellen) zu, während die ausschließlich geringfügige Beschäftigung durchschnittlich um 2,9 % (insgesamt 2.204) abnahm. Es liegt die Vermutung nahe, dass Minijobs zu regulären (Teilzeit)-Stellen zusammengelegt wurden. Und es zeigt sich auch, dass der Mindestlohn in konjunkturell guten Zeiten den Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung bewirkt statt einer Zunahme prekärer Minijobs.

Dabei fallen die Landkreise Segeberg und Stormarn positiv auf, da sie mit 2,5% und 2,4% die höchsten Zuwächse von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zu verzeichnen haben. Negativ fällt der Landkreis Ostholstein mit nur 1,1% Zuwachs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf.

Bei der Reduzierung von ausschließlich geringfügig Beschäftigten fällt Lübeck und der Landkreis Herzogtum Lauenburg positiv auf, mit 619 und 654 Personen.
Am wenigsten Veränderung der geringfügigen Beschäftigung gab es dabei im Landkreis Stormarn mit gerade einmal 125 Personen.

Wer im Vorfeld geunkt hatte, dass durch den Mindestlohn viele Unternehmen in die Pleite rutschen, kann durch eine weitere Zahl beruhigt werden: Von Januar bis August 2015 sind rund 3,7 % weniger Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen als im Vorjahreszeitraum. Seit der Jahrtausendwende ist das der niedrigste Stand der Unternehmensinsolvenzen.


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